Sind yogaleher:innen immer ausgelichen und wie bekommt man solche bauchmuskeln

Unlängst wurde ich von einer neuen Yogaschülerin gefragt, ob ich als Yogalehrerin immer ausgeglichen und glücklich bin. Diese junge Frau, die zum ersten Mal in meinem Kurs war, nahm ich ein Stück im Auto mit nach Hause, da wir den selben Weg hatten. Sie war gesprächig und integrierte sich in die bereits bestehende Anfänger:innengruppe ohne Probleme. Wir aßen Weihnachtskekse nach Shavasana, plauderten angeregt und im Auto stellte sie mir dann diese Frage.
Ich wusste nicht recht was ich ihr antworten sollte. Mir erschien diese Frage befremdlich, denn ich kenne keinen Menschen und auch keine Yogis, die 24/7 ausgeglichen sind. Ehrlich und authentisch erklärte ich ihr, dass auch ich nicht gefeit vor Stress und negativen Gefühlen sei. Was einen Yogi von einem Nicht-Yogi unterscheiden mag, sind die Tools, die Yoga einem lehrt, um schneller und einfacher wieder in einen harmonischen Gefühlszustand zurückzufinden. Menschen, die mit der yogischen Praxis vertraut sind und in ihr Leben integrieren, lernen im Laufe ihrer „Yogakarriere“, sich mehr und mehr zu spüren, wissen besser über ihre eigenen Grenzen Bescheid, üben sich in Achtsamkeit und positiven Glaubenssätzen.
Sollte dir ein Yogi oder eine Yogini begegnen, der oder die behauptet, dank Yoga im immer glücklichen Einhornland zu leben, dann hinterfrage bitte diese Aussage kritisch. Trauer, Wut, Unsicherheit und Frustration gehören auch zum Leben eines Yogis. Yogalehrer:innen sind keine Heros.
Auch wir erleben die ganze Klaviatur der Gefühle. Und diese Klaviatur macht das Leben erst bunt und aufregend. In der Wüste scheint immer die Sonne. Aber möchte jemand von uns in der Wüste leben? Ich denke nicht.
Für mich bedeutet Yoga das Streben nach einem ausgeglichenen und harmonischen Leben.
Yoga basiert auf vier elementaren Säulen:
:Atmung
:Dehnung
:Kräftigung
:Meditation
Erst das Zusammenspiel dieser vier Eckpfeiler offenbart die Kraft des Yoga. Wenn du weißt, wie du richtig, tief und gesund atmest, dann kannst du alleine durch simple Atemtechniken, mentalen Stress reduzieren. Dies wirkt sich wiederrum positiv auf dein Nerven- und Immunsystem sowie generell auf deine Gesundheit aus.
Jede und jeder von uns hat das Bild von Hulk im Kopf. Grün und muskulös. Hulk ist stark. Physische Stärke alleine reicht aber nicht aus, damit es unserem Körper gut geht. Genauso wenig effizient ist es, dich nur zu dehnen. Flexibilität kann nicht ohne Kraft und Kraft kann nicht ohne Flexibilität. Ein gesunder Geist kann nicht ohne einen gesunden Körper und ein gesunder Körper nicht ohne einen gesunden Geist.
Atmung, Dehnung , Kräftigung und Meditation stehen also in Wechselwirkung zu einander. Sie ergänzen sich.
Meditation, das vierte und ebenso wichtige Element, ist für die meisten Yoga praktizierenden Menschen stark mit Shavasana verbunden. Shavasana, die Totenstellung (ich mag diese Betitelung ja gar nicht) ist aber viel mehr als nur ein angenehmes Chillen, nachdem wir fleißig durch die Asanas geflossen sind. Natürlich gibt es Stunden, in denen Shavasana hauptsächlich nur aus Entspannug besteht. Auf der Matte liegen und chillen. Das ist auch gut, wichtig und richtig. Aber, wenn deine Gedanken während deiner Shavasana Time das Hier und Jetzt verlassen, dann wird Shavasana zu einem Liegen ohne Qualität und Benefit.
Als Yogalehrerin, die seit Jahren für ihr eigenes Seelenwohl in Therapie geht, die sich sehr für die menschliche Psyche, die unterschiedlichen Verhaltensweisen jedes Individuums und zwischenmenschlichen Beziehungen interessiert, ist es mir eine Herzensangelegenheit diesen psychischen Aspekt in meine Stunden einfließen zu lassen, vorzugsweise im letzten Teil einer Stunde: im Shavasana. Shavasana ersetzt allerdings nicht die Therapeutencouch. Das ist nicht die Aufgabe von Shavasana und sprengt den Rahmen einer meist 5- 15 minütigen Endentspannung. Ich kann dir innerhalb einer Stunde nicht beibringen, wie du loslassen lernst, wie du deinen Selbstwert aufbaust, wie du mehr Vertrauen entwickelst oder deine Ängste überwinden lernst.
In meinem Shavasana gebe ich dir Gedankenanstöße, neue Perspektiven und Blickwinkel mit. Und umso regelmäßiger du meine Stunden besuchst, um so mehr wirst du dir in diesen Punkten leichter tun. Nenne es LIGHT THERAPIE oder wie auch immer du magst. Am besten erlebe es und dann spüre nach, was meine Worte mit dir machen. Mein Shavasana ist mehr als nur liegen und entspannen. Es ist das Lernen, wie du, während du liegst und entspannst, dein Gedankenkarussell zur Ruhe bringen kannst. Es ist ein Kratzen an der Oberfläche menschlicher Gefühle. Ich möchte dir mit meinen sorgfältig ausgewählten Yogathemen Möglichkeiten aufzeigen, wie du dein Leben für dich lebenswerter gestalten kannst. Alles was darüber hinausgeht, würde den Rahmen einer Yogaeinheit sprengen.

Wenn du das Gefühl hast, dass du an dem einen oder anderen Thema gerne persönlich weiter arbeiten wollen würdest und tiefer in die Materie eindringen möchtest, dann bieten sich Einzelsettings an, in denen ich dich persönlich berate und ich dir helfe, deine Sorgen und Ängste zu lösen. Diese Dienstleistung heißt nicht mehr Yoga, sondern Lebens- und Sozialberatung. Ab Juli 2023, nachdem ich meine erste Prüfung bestanden habe, werde ich dir nicht mehr ausschließlich als Yogalehrerin zur Seite stehen können, sondern auch in einem psychologischen Beratungssetting.

Bis dahin empfehle ich dir, meine Yogastunden einmal auszuprobieren. Kauf dir ein Schnupperticket und teste meine Art Yoga zu unterrichten. Es gibt so viele unterschiedliche Stile und noch mehr unterschiedliche Arten, wie diese Yogarichtungen unterrichtet werden. Das ist auch gut so, denn jeder Mensch ist anders. Ist einzigartig. Finde den Deckel zu deinem Topf, sozusagen. Was sind deine Bedürfnisse und Ansprüche an eine Yogastunde?

Wenn du das nächste Mal eine Yogastunde buchst, frag dich schon vorab: „Warum gehe ich heute Yoga? Was erwarte ich mir von der Stunde? Wie möchte ich mich danach füheln?“ Du wirst schnell feststellen, dass sich deine Antworten darauf ändern werden, denn sie sind abhängig von deinen momentanen Bedürfnissen und deinem aktuellen Befinden.

Und woher hat sie nun dieses Bauchmuskeln?

Diese Frage stellte mir unlängst ein Mädchen, dass bei einem von mir geleiteten Tanzworkshop mitmachte. Sie fragte kritisch nach, ob meine Bauchmuskeln ausschließlich vom Yoga kämen und starrte mich, gespannt, auf meine Antwort wartend, an. Ich glaube, sie war erleichtert, als ich ihr verriet, dass ich neben dem fast täglichen Yogieren auch einmal in der Woche das Fitnessstudio aufsuche und mit Gewichtern trainiere. In ihrer noch kindlichen und unerfahrenen Ansicht gegenüber Yoga, war dies eine Art Sport für Faule. Eine Art „Atmen und Schlafen“ – Stunde. Eher mehr ein Sport für den Geist, anstatt für den Körper. Ich unterhielt mich noch ein bisschen intensiver mit ihr und erklärte ihr, was Yoga mir Gutes tut und warum Yoga zum Mittelpunkt meines Lebens wurde. Ohne Yoga, sprach ich zu ihr, wäre mein Anker weg und ich würde mir wie ein Boot auf stürmischer See vorkommen. Ein Schiff ohne Kompass, dass vom Wellengang hin und her gerissen würde. Am Schluss unseres Gesprächs meinte sie: Danke, liebe Michaela! Danke, dass du mir die Ganzheitlichkeit von Yoga auf verständnisvolle Art und Weise beigebracht hast. Ohne den spirituellen Shit! (O- Ton des Mädchens)

Yoga hilft den Spagat zwischen unseren unterschiedlichen Rollen, die wir alle im Leben haben, zu meistern. Yoga ist somit für alle. Für die junge Mutter und den jungen Vater, die berufstätige Frau und den berufstätigen Mann, den oder die  Bodybuildner:in und genauso für die oder den Zirkusartist:in. Yoga bietet so viele kraftvolle Tools an, damit wir ein glücklicheres und zufriedeneres Leben führen können. Und wie ich anfangs schon gesagt habe, kenne ich keine Menschenseele, die permanent auf dem Happiness-Trip ist. Man kann auch ohne Yoga, aber besser lebt es sich mit.